Herzlich Willkommen!

Seit September 2014 bin ich nun schon in Tansania. Auf diesem Blog veröffentliche ich die Erfahrungen und Erlebnisse aus meinem einjährigen Freiwilligendienst. Herzlich willkommen!
-Alles ist noch ein wenig im Aufbau, aber ich geb mein Bestes!-
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Donnerstag, 2. Juli 2015

Was ist eigentlich Afrika?

Verspiegele Wolkenkratzer in Afrika und riesige Supermärkte, die die gesamte westliche Produktpalette im Angebot haben – eines habe ich auf unserer Reise durch den afrikanischen Süden gelernt: Afrika hat viele Gesichter und mein Leben in Tansania ist nur eines davon!

Zuerst einmal muss ich zugeben, dass auch in meinem Kopf lang Zeit ein Bild von Afrika vorherrschte, in dem es ausschließlich Hungersnöte, Sonnenuntergänge, Löwen und Bürgerkrieg gab und dass ich nie daran gedacht hätte, dass die afrikanischen Länder sich untereinander so grundlegend unterscheiden könnten.
Als ich dann schon etwas länger in Tansania gelebt hatte, bildete ich mir ein, nun zu wissen, wie der Kontinent so tickt. Doch weit gefehlt!

Durch unser Seminar in Sambia und die anschließende Reise durch Simbabwe, Botswana und Namibia lernten wir Länder kennen, die sich sowohl von der Natur her als auch von der Entwicklung stark unterschieden.

Unsere Reiseroute:
1.       Tansania: Hier verbrachten wir einige Tage in Dar es Salaam und stiegen dann in den Zug gen Sambia
2.       Sambia: Unser Zwischenseminar fand in Lusaka statt, danach besuchten wir die Viktoriafälle an der Grenze zu Simbabwe
3.       Simbabwe: Auch hier genossen wir die Fälle bevor es weiter nach Bulawayo ging. Dort campten wir neben Ruinen und genossen die Natur
4.       Botswana: Bei anderen Freiwilligen kamen wir mitten im Okavango-Delta unter
5.       Namibia: An der Westküste Afrikas fanden wir in Swakopmund das Deutschland zwischen Wüste und Atlantik, in Windhoek erwartete uns die sauberste Hauptstadt Afrikas

Der erste Unterschied wurde direkt an der Grenze zu Sambia deutlich: Plötzlich konnten die Menschen Englisch! Ohne Swahili ist man in Tansania verloren und bis dahin nahm ich an, dass es in den umliegenden afrikanischen Ländern nicht anders sein würde. Doch auch auf der weiteren Reise konnten wir uns überall mühelos auf Englisch verständigen!

Auch der Verkehr wurde zusehends strukturierter und geordneter, die Autos waren groß, neu und sauber und die Menschen trugen keine kangas und kitenge (bunte Tücher) mehr.
Stattdessen sahen wir Schulmädchen in Miniröcken und Frauen in knallengen Jeans und High Heels. Ein kleiner Kulturschock war das schon… In meiner Reisegarderobe befanden sich leider hauptsächlich lange, weite Röcke, sodass ich mir erstmal eine Jeans kaufen musste, um nicht ganz blöd angeschaut zu werden.
Unser Seminar fand in Lusaka, der sambischen Hauptstadt, statt und demnach professionell war die Innenstadt mit Hochhäusern, Ampeln und Businessmännern im Anzug. Auf dem Markt und in den Vororten ging es dann aber doch gewohnt wuselig, laut und chaotisch zu, so wie wir es aus Tansania gewohnt waren.


Einen Stopp legten wir auch an den Victoria Falls ein (die zweitgrößten Wasserfälle der Welt!), die genau zwischen Sambia und Simbabwe liegen. Es war erstaunlich, wie touristisch professionell die Parks gestaltet waren. Da gerade Regenzeit ist, waren die Wasserfälle voller Wasser! Es war wirklich schön und nun kann ich auch gut nachvollziehen, wieso die Ureinwohner die Fälle „The smoke that thunders“ tauften.
In Botswana besuchten wir andere Freiwillige, die inmitten des Okavango-Deltas zwei Stunden vom nächsten Ort entfernt an einer Schule für Schwererziehbare arbeiten. Manchmal laufen nachts Elefanten übers Schulgelände und hinterlassen eine Spur von Verwüstungen und etwa 50 Meter von ihrem Häuschen entfernt baden am Abend die Nilpferde im Fluss. So nah an den wilden (und auch gefährlichen) Tieren zu leben, war schon etwas gruselig! Da in Botswana nur zwei Millionen Menschen leben, begegneten uns auf den Straßen nur sehr wenige Autos.

Am heftigsten fand ich aber die Zeit in Namibia. Ein Land, das nur aus Wüste und Trockensavanne besteht, nur zwei Millionen Einwohner hat (und dabei doppelt so groß wie Deutschland ist) und ehemals deutsche Kolonie war. Es war verrückt, in den Swakopmund gab es überall deutsche Läden, die Straßenschilder waren auf Deutsch und im Supermarkt konnte man „original deutsche Weißwurst“ und “Champignoncremesuppe“ von Knorr kaufen. Außerdem waren gefühlt mehr weiße als schwarze Menschen unterwegs und in den Museen gab es neben dem englischen immer einen deutschen Text. So hatte ich mir Afrika nun wirklich nicht vorgestellt!
Danach besuchten wir noch Freiwillige in Windhoek, der Hauptstadt, und in einem Dorf im Nirgendwo – eine wirklich eindrucksvolle Zeit! Eine lange Zeit verbrachten wir aber auch damit, auf menschenleeren High Ways von einer Stadt zur nächsten zu fahren – durch meilenweite Ödnis.

Ein kleiner Überblick, was Tansania von Sambia, Simbabwe und Botswana unterscheidet.
- Man hält sich an Verkehrsregeln
- an jedem Ort gibt es Geldautomaten, die funktionieren
- Man kann sich als Tourist gut zurechtfinden- Straßenschilder waren verständlich
- es gibt westliche Supermärkte, Fast Food Ketten und Klamottenläden in riesigen Malls, die eher an Amerika erinnern
- Südafrika ist das absolute Vorbild, in Tansania ist das eher der Westen (also Europa und Amerika)
- es gibt viele Weiße, die in diesen Ländern permanent leben und arbeiten oder sogar dort geboren wurden und (besonders Namibia)

Nun könnt ihr euch ganz entspannt durch die Bilder klicken und uns durch Afrika begleiten,
viel Spaß damit!

TANZANIA






ZAMBIA
 






















ZIMBABWE









BOTSWANA
 








Eure Luca


Sonntag, 17. Mai 2015

Ein Ausflug nach Marangu


Im Geography – Club an der Mwika Primary School nehmen wir gerade das Thema Tansania und seine Distrikte und Stämme durch. So kamen wir auf die Idee, den Schülern die Kultur der Chaga (der traditionelle Stamm am Kilimanjaro) im nahegelegenen Chaga-Museum hautnah zu zeigen und planten deswegen einen kleinen Ausflug nach Marangu, den nächstgrößeren Ort (etwa 30 Min. Fahrzeit von Mwika entfernt). 
Am Starting Point
Dort liegt auch einer der Startpunkte für Kilimanjarobesteigungen, zu dem auch ein kleines Informationszentrum über die Landschaft und Vegetation rund um den Berg gehört. Da für die meisten unserer Schüler, die eigentlich direkt am Berg leben und ihn tagtäglich vor Augen haben, die Kilimanjarobesteigung ein unerfüllbarer Traum bleibt, beschlossen wir, auch hier eine kleine Führung einzuplanen.
So fuhren wir also gegen halb neun gemeinsam im KIUMAKO-Bus von Mwika aus los.


Schon auf der Fahrt war die Vorfreude und Motivation riesig und die Stimmung freudig-aufgeregt. Auch die fünf Lehrer, die uns begleitet haben, waren gespannt, was sie erwarten würde  – das Chaga-Museum und der Starting Point waren auch ihnen noch unbekannt.
In Marangu angekommen wurden wir auch schon von unserem Guide empfangen, der den Kindern ein bisschen über den Kilimanjaro erzählte und ein paar Infos zur Region und Besteigung gab, die wir im Unterricht noch etwas weiter ausführen wollen.

 
Träger für die Besteigung wartena m Eingang des Nationalparks
Das Museum war unser nächster Stopp. Bei der Führung wurde die traditionelle Lebensweise, die Stammesgeschichte die jetzige Situation der Chaga erklärt und die Schüler konnten auf dem exemplarischen Hof das Leben ihrer Großeltern entdecken. Hier zeigten sich besonders die Lehrer interessiert, die viele Dinge aus ihrer eigenen Kindheit wiedererkannten.




Nach dem lehrreichen Teil unseres Programmes machten wir Rast an einem Wasserfall, an dem jeder sich hungrig über sein Lunchpaket hermachte. Die Kinder waren sichtlich glücklich, aber auch erschöpft und so beschlossen wir, die Heimreise anzutreten. Mit leuchtenden Augen verabschiedeten uns unsere Schüler und ein begeistertes Dankeschön kam auch von den Lehrern. Dies war schließlich der erste richtige Ausflug, der an der Schule je unternommen wurde.

Gegen vier Uhr waren alle wieder zu Hause und Kerrin und ich konnten auf einen erfolgreichen Tag zurückblicken. Der nächste Ausflug wird also schon geplant!